Am Mittwochabend wartet auf uns eines der bedeutendsten Spiele dieser bisherigen Meisterschaft. In der FCS Arena treffen wir auswärts auf den FC Schaffhausen. Es ist das direkte Duell zweier Aufstiegsaspiranten, zweier Traditionsvereine und zweier Mannschaften, die in dieser Saison ganz oben mitspielen. Die Ausgangslage könnte kaum spannender sein: Beide Teams stehen bei 28 Punkten, wobei die Schaffhauser eine Partie weniger ausgetragen haben. Anpfiff ist um 20.00 Uhr.
Zwei Vereine, ein Gründungsjahr – 130 Jahre Fussballgeschichte
Es gibt Verbindungen, die über das sportliche Geschehen hinausgehen. Eine davon verbindet den FC Biel-Bienne und den FC Schaffhausen seit ihren Anfängen. Beide Vereine wurden 1896 gegründet und gehören damit zu den traditionsreichen Institutionen des Schweizer Fussballs.
Während sich am 13. November 1896 in der Bieler Tonhalle 13 Sportbegeisterte zur Gründung des Football Club de Bienne versammelten, liegen die Wurzeln des FC Schaffhausen im gleichen Jahr. Damals wurde der Verein unter dem Namen Football-Club Viktoria ins Leben gerufen.
Beide Clubs blicken somit auf 130 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Unterschiedliche Wege, unterschiedliche Kapitel und doch eine gemeinsame Leidenschaft, die Generationen überdauert hat. Dass sich diese beiden Vereine ausgerechnet in einer Saison, in der beide ihr 130-jähriges Bestehen feiern, in einem direkten Spitzenspiel gegenüberstehen, verleiht dieser Begegnung eine zusätzliche Bedeutung.
Ein Traditionsverein mit grossen Ambitionen
Der FC Schaffhausen gehört zu den bekanntesten Namen im Schweizer Fussball. Der Club aus der Munotstadt blickt auf zahlreiche Jahre in den höchsten Spielklassen zurück. Zwischen 1955 und 1957, 1961/62 sowie 1963/64 spielte Schaffhausen in der damaligen Nationalliga A. Ein weiteres Kapitel der Vereinsgeschichte schrieb der FCS zwischen 2004 und 2008, als er während vier Spielzeiten in der Super League vertreten war.
Auch in der Challenge League gehörte Schaffhausen über viele Jahre zum festen Bestandteil der Liga. Nach dem Abstieg im Frühjahr 2025 verfolgt der Verein nun das klare Ziel, möglichst rasch in die zweithöchste Spielklasse zurückzukehren.
Die sportlichen Ambitionen sind entsprechend gross. Mit neun Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen aus zwölf Meisterschaftsspielen haben die Schaffhauser bislang eine starke Saison gespielt. Besonders beeindruckend präsentiert sich die Offensive: 30 erzielte Treffer stehen zu Buche. Gleichzeitig musste die Mannschaft erst 13 Gegentore hinnehmen – eine Bilanz, die ihre Qualität in beiden Spielrichtungen unterstreicht.
Zuletzt bestätigte der FCS seine gute Verfassung mit einem 1:0-Heimsieg gegen den FC Amical Saint-Prex. Dabei mussten die Schaffhauser nach einem Platzverweis längere Zeit in Unterzahl agieren, bewiesen jedoch grosse Moral und sicherten sich verdient die drei Punkte. Auch der jüngste Auftritt im Schweizer Cup gegen den FC Thun hat gezeigt, dass die Mannschaft über die nötige Qualität und Widerstandsfähigkeit verfügt.
Eine Ausgangslage, die Spannung verspricht
Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht die Bedeutung dieser Begegnung. Der FC Schaffhausen liegt mit 28 Punkten aus zwölf Spielen auf dem zweiten Tabellenrang. Wir folgen mit ebenfalls 28 Punkten, haben allerdings bereits eine Partie mehr absolviert. An der Spitze bleibt das Rennen entsprechend eng, und jeder Punkt kann im weiteren Verlauf der Meisterschaft entscheidend werden.
Auch die jüngere Vergangenheit verspricht ein intensives Duell. In der vergangenen Saison konnten wir in Schaffhausen einen wichtigen Auswärtssieg feiern. Am 1. November 2025 setzten wir uns in der Promotion League mit 2:0 durch und bewiesen bereits damals, dass wir in der FCS Arena bestehen können.
Die Geschichte der direkten Begegnungen reicht allerdings deutlich weiter zurück. Beide Vereine trafen bereits in verschiedenen Spielklassen aufeinander, unter anderem in der Nationalliga A und später in der Challenge League. Es ist also eine Affiche, die im Schweizer Fussball durchaus Tradition hat.
Drei Unentschieden – und trotzdem viel Selbstvertrauen
Wir selbst reisen mit einer klaren Ausgangslage nach Schaffhausen. Nach den beiden Punkteteilungen gegen die U21 des FC Basel und den SC Cham sowie dem jüngsten 1:1 beim FC Paradiso haben wir uns in den vergangenen drei Meisterschaftsspielen jeweils mit einem Punkt begnügen müssen.
Dabei waren die Auftritte keineswegs von fehlendem Selbstvertrauen geprägt. Im Gegenteil: Die Mannschaft hat in unterschiedlichen Spielsituationen Charakter gezeigt, Rückstände aufgeholt und bis zum Schluss um jeden Ball gekämpft. Gerade das späte Ausgleichstor von Dagui Paviot gegen Cham und der umkämpfte Auftritt in Paradiso haben einmal mehr gezeigt, dass dieses Team bis zur letzten Minute an seine Möglichkeiten glaubt.
Mit acht Siegen, vier Unentschieden und nur einer Niederlage aus 13 Spielen stehen wir weiterhin bei 28 Punkten und einem Torverhältnis von 28:15. Unsere Mannschaft hat sich damit in der Spitzengruppe etabliert und unter Beweis gestellt, dass sie in dieser Liga zu den stärksten Teams gehört.
Natürlich hätten wir aus den letzten drei Begegnungen gerne mehr als drei Punkte mitgenommen. Doch entscheidend ist nicht, was hinter uns liegt, sondern was vor uns steht. Und die nächste Aufgabe bietet eine hervorragende Gelegenheit, ein deutliches Zeichen zu setzen.
Ein Spitzenspiel, das nach einer Entscheidung verlangt
Am Mittwoch treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich in ihren Ambitionen nichts schenken werden. Schaffhausen möchte den Heimvorteil nutzen und seine Position in der Spitzengruppe festigen. Wir hingegen reisen mit dem Selbstverständnis einer Mannschaft an, die weiss, was sie kann und wohin sie will.
Es braucht dafür eine konzentrierte Leistung, die richtige Einstellung und den Mut, auch in einem solchen Auswärtsspiel unsere eigenen Stärken auf den Platz zu bringen. Die Qualität ist vorhanden, die Motivation ebenso. Jetzt gilt es, dies auch im direkten Duell unter Beweis zu stellen.
Nach drei Unentschieden in Folge ist unser Hunger auf einen Sieg umso grösser. Wir wollen in Schaffhausen nicht einfach nur bestehen, sondern ein grosses Spiel liefern und mit drei Punkten nach Biel zurückkehren.
Es ist ein Duell zweier Vereine mit einer langen gemeinsamen Fussballgeschichte – und gleichzeitig ein wichtiges Kapitel im aktuellen Aufstiegsrennen. Wir sind bereit!
Anpfiff ist am Mittwoch, 4. November 2026, um 20.00 Uhr in der FCS Arena in Schaffhausen. Wir freuen uns auf die Unterstützung unserer mitreisenden Fans. Für alle, die nicht vor Ort dabei sein können, wird die Partie live auf RED+ TV übertragen.
